So funktioniert das
Galvanico-Verfahren
Grundlage ist der kathodische Korrosionsschutz, mit dem seit über zweihundert Jahren Schiffsrümpfe geschützt werden. Aqua Royal setzt ihn in die Trinkwasserleitung. Die folgenden fünf Abschnitte beschreiben ihn von der Elektrochemie bis zum Einbau.
Das galvanische Element
Zwei unterschiedlich edle Metalle, verbunden durch einen elektrisch leitenden Stoff. Hier ist dieser Stoff Ihr Trinkwasser. Das unedlere Metall gibt Elektronen ab und geht in Lösung. Das edlere bleibt unversehrt.
Galvanisches Element im Trinkwasser Prinzipdarstellung
Die Anode gibt Elektronen ab und geht als Magnesiumion ins Wasser. Sie ist ein Verbrauchsteil und wird jährlich getauscht.
Solange die Anode arbeitet, verhält sich die Rohrwand elektrochemisch passiv. Der Angriff findet an der Anode statt, nicht am Stahl.
Korrosive Gase, vor allem freie Kohlensäure, stehen für Korrosionsprozesse nicht mehr zur Verfügung. Der pH-Wert steigt leicht an.
Aus dem gelösten Magnesium bilden sich Kristallkeime. An ihnen fällt Kalk als weiche Struktur aus, statt sich fest an heiße Flächen zu setzen.
Warum Magnesium als Anode
In der elektrochemischen Spannungsreihe steht Magnesium sehr weit unten. Je weiter unten, desto größer der Potenzialunterschied zum Rohrwerkstoff und desto zuverlässiger der Schutz.
Standardpotenziale, gerundet. Je größer der Abstand zwischen Opferanode und dem Werkstoff, der geschützt werden soll, desto stabiler die Wirkung. Magnesium hat unter den praktisch einsetzbaren Metallen den größten Abstand. Deshalb steht es im Gerät und nicht Zink.
Magnesium ist laut Trinkwasserverordnung kein Aufbereitungsstoff nach § 11, sondern ein natürlicher Bestandteil des Wassers. Es gilt gesundheitlich als unbedenklich und wird ohne Grenzwert geführt. Genau deshalb verändert das Verfahren die Trinkwasserbeschaffenheit nicht.
Aufbau des Geräts
V2A 1.4301 nach DIN 10088-3, gedämmt, druckgeprüft bis 30 bar. Betriebstemperatur 1 bis 95 Grad. Keine Elektronik, kein Netzteil, kein Display.
Das Wasser wird im Inneren so geführt, dass es die gesamte Anodenoberfläche bestreicht. Ein Kurzschluss durch die Mitte würde die Wirkung halbieren.
Der Querschnitt der Anoden ist sternförmig statt rund. Bei gleichem Materialeinsatz ergibt das deutlich mehr wirksame Oberfläche.
Freigesetzte aggressive Gase sammeln sich am höchsten Punkt und werden abgeführt, statt im Netz weiterzuwandern.
Scrollen dreht das Gerät
Die galvanische Wirkeinheit
Die galvanische Wirkeinheit ist das Innenleben. Sie wird zur Wartung komplett entnommen. Was an ihr fehlt, ist das Magnesium, das anstelle Ihrer Rohrwand korrodiert ist.

Wirkeinheit, entnommenJuli 2026

Trägerplatte, sieben Aufnahmen

Kathodenkorb, Detail
Die vier Phasen im Rohr
Das Verfahren wirkt langsam. Es trägt Ablagerungen kontinuierlich ab und baut erst danach die Schutzschicht auf. Wer nach acht Wochen urteilt, urteilt zu früh.
Rost- und Kalkinkrustationen füllen den Querschnitt. Ihre raue Oberfläche ist Ansiedlungspunkt für Biofilm, der Druckverlust steigt, an Rostknollen bilden sich Wirbel und Stagnationszonen.
Der Abtrag erfolgt langsam und kontinuierlich. In dieser Phase kann kurzzeitig mehr Partikel ausgetragen werden. Filter vor Armaturen setzen sich zu und müssen gereinigt werden. Genau das ist das Zeichen, dass die Anlage arbeitet.
Erst wenn die Inkrustationen abgetragen sind, legt sich eine weiß-graue Schicht aus Magnesium- und Calciumkarbonat über die Rohrinnenfläche. Nach etwa einem Jahr misst sie 30 bis 50 Mikrometer.
Die Metallkarbonat-Schutzschicht wächst bis rund 60 Mikrometer und dann nicht weiter. Verzinkung und Stahlrohr sind dauerhaft geschützt. Ein Zuwachsen der Rohrinnenfläche ist ausgeschlossen.

Korrosionsinkrustation

Kalkinkrustation

Ausgebildete Schutzschicht
Wasser muss fließen. Nur dort, wo ausreichend Wasser bewegt wird, kann eine Wasserbehandlung wirken, gleich nach welchem Verfahren. Selten genutzte Entnahmestellen bleiben deshalb auffällig, auch wenn das übrige Netz längst klar ist. Das ist keine Schwäche der Anlage, sondern Betriebspraxis.
Einbau und Dimensionierung
Der Einbau erfolgt in die Hauptleitung, bei Bedarf zusätzlich in die Warmwasserzirkulation und den Speicher. Die Bausubstanz bleibt unberührt. Größere Objekte werden über parallel geschaltete Geräte abgedeckt, bis 400 Wohneinheiten und darüber.

Einzelanlage, 2 ZollIsometrie

Sechs Geräte parallel, 2,5 ZollIsometrie
- Anschluss
- 2 Zoll
- Nennweite
- DN 50
- Nenndruck
- PN 10 bar
- Druckprüfung nach DIN EN 61010-1
- 30 bar
- Druckverlust bei 3,0 l/s
- 0,2 bar
- Betriebstemperatur
- 1 bis 95 °C
- Werkstoff
- Edelstahl V2A 1.4301 nach DIN 10088-3
- Dämmung
- vorhanden
- Abmessungen
- 1029 × 220 mm
Kleinere Objekte werden mit dem Galvanico-Pylon 1½ Zoll ausgeführt, DN 40, Druckverlust 0,2 bar bei 5,0 l/s.
Warum die Anode jährlich getauscht wird
Nach neun bis zwölf Monaten lässt die Wirkung nach, weil sich die Oberflächen von Anode und Kathode versiegeln. Der Anodentausch ist deshalb keine Verkaufsmaßnahme, sondern die technische Voraussetzung für zuverlässigen Betrieb. Ein unabhängiges Ingenieurbüro hat genau das in einem Münchner Bestand geprüft und den jährlichen Tausch ausdrücklich empfohlen.
Gutachten und Objekte ansehenPasst das Verfahren zu Ihrem Wasser?
Das entscheidet die Analyse, nicht die Broschüre. Schicken Sie uns die Werte Ihres Wasserversorgers, wir sehen sie durch.