Aqua Royal Trinkwasser­behandlung
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AQUA ROYAL® GALVANICO

So funktioniert das
Galvanico-Verfahren

Grundlage ist der kathodische Korrosionsschutz, mit dem seit über zweihundert Jahren Schiffsrümpfe geschützt werden. Aqua Royal setzt ihn in die Trinkwasserleitung. Die folgenden fünf Abschnitte beschreiben ihn von der Elektrochemie bis zum Einbau.

  1. 01 Das galvanische Element
  2. 02 Warum Magnesium
  3. 03 Im Gerät
  4. 04 Vier Phasen im Rohr
  5. 05 Einbau und Größe
01 · Grundlage

Das galvanische Element

Zwei unterschiedlich edle Metalle, verbunden durch einen elektrisch leitenden Stoff. Hier ist dieser Stoff Ihr Trinkwasser. Das unedlere Metall gibt Elektronen ab und geht in Lösung. Das edlere bleibt unversehrt.

Trinkwasser als Elektrolyt e⁻ Elektronenfluss Anode Magnesium E₀ = −2,34 V Kathode Edelstahl V2A bleibt unversehrt Mg²⁺ geht in Lösung
Schema 01
Galvanisches Element im Trinkwasser
Prinzipdarstellung
A
Magnesium löst sich auf

Die Anode gibt Elektronen ab und geht als Magnesiumion ins Wasser. Sie ist ein Verbrauchsteil und wird jährlich getauscht.

B
Das Rohr wird zur Kathode

Solange die Anode arbeitet, verhält sich die Rohrwand elektrochemisch passiv. Der Angriff findet an der Anode statt, nicht am Stahl.

C
Aggressive Gase werden gebunden

Korrosive Gase, vor allem freie Kohlensäure, stehen für Korrosionsprozesse nicht mehr zur Verfügung. Der pH-Wert steigt leicht an.

D
Impfkristalle entstehen

Aus dem gelösten Magnesium bilden sich Kristallkeime. An ihnen fällt Kalk als weiche Struktur aus, statt sich fest an heiße Flächen zu setzen.

02 · Werkstoffwahl

Warum Magnesium als Anode

In der elektrochemischen Spannungsreihe steht Magnesium sehr weit unten. Je weiter unten, desto größer der Potenzialunterschied zum Rohrwerkstoff und desto zuverlässiger der Schutz.

Magnesium−2,34 VOpferanode im Gerät
Zink−0,76 VVerzinkung der Rohrinnenwand
Eisen und Stahl−0,44 VRohrwerkstoff im Bestand
Blei−0,13 VAltbestand vor 1973
Kupfer+0,35 VRohr und Rotguss-Fittings

Standardpotenziale, gerundet. Je größer der Abstand zwischen Opferanode und dem Werkstoff, der geschützt werden soll, desto stabiler die Wirkung. Magnesium hat unter den praktisch einsetzbaren Metallen den größten Abstand. Deshalb steht es im Gerät und nicht Zink.

Trinkwasserrechtlich

Magnesium ist laut Trinkwasserverordnung kein Aufbereitungsstoff nach § 11, sondern ein natürlicher Bestandteil des Wassers. Es gilt gesundheitlich als unbedenklich und wird ohne Grenzwert geführt. Genau deshalb verändert das Verfahren die Trinkwasserbeschaffenheit nicht.

03 · Bauweise

Aufbau des Geräts

01 / 04 Edelstahlgehäuse

V2A 1.4301 nach DIN 10088-3, gedämmt, druckgeprüft bis 30 bar. Betriebstemperatur 1 bis 95 Grad. Keine Elektronik, kein Netzteil, kein Display.

02 / 04 Gezielte Wasserführung

Das Wasser wird im Inneren so geführt, dass es die gesamte Anodenoberfläche bestreicht. Ein Kurzschluss durch die Mitte würde die Wirkung halbieren.

03 / 04 Anoden in Sternform

Der Querschnitt der Anoden ist sternförmig statt rund. Bei gleichem Materialeinsatz ergibt das deutlich mehr wirksame Oberfläche.

04 / 04 Entlüfter oben

Freigesetzte aggressive Gase sammeln sich am höchsten Punkt und werden abgeführt, statt im Netz weiterzuwandern.

Galvanico Gerät, Frontansicht Galvanico Gerät, gedrehte Ansicht Galvanico Gerät, Seitenansicht Galvanico Gerät, Ansicht mit Anschlüssen Scrollen dreht das Gerät
03.1 · Innenleben

Die galvanische Wirkeinheit

Die galvanische Wirkeinheit ist das Innenleben. Sie wird zur Wartung komplett entnommen. Was an ihr fehlt, ist das Magnesium, das anstelle Ihrer Rohrwand korrodiert ist.

Galvanische Wirkeinheit, mehrere zylindrische Edelstahlkörbe an einer Trägerplatte
Bauteil 01
Wirkeinheit, entnommen
Juli 2026
Trägerplatte der Wirkeinheit mit sieben Aufnahmen, von oben
Bauteil 02
Trägerplatte, sieben Aufnahmen
Detailaufnahme der Kathodenkörbe aus Edelstahl
Bauteil 03
Kathodenkorb, Detail
04 · Zeitachse

Die vier Phasen im Rohr

Das Verfahren wirkt langsam. Es trägt Ablagerungen kontinuierlich ab und baut erst danach die Schutzschicht auf. Wer nach acht Wochen urteilt, urteilt zu früh.

Karbonatschicht 30 bis 60 Mikrometer
Korrosions­inkrustation im Querschnitt Abtrag läuft, Querschnitt öffnet sich Karbonatschicht, 30 bis 50 Mikrometer Endzustand, maximal 60 Mikrometer
Monat 0 Monat 6 Monat 12 ab Jahr 2
Phase 01 · Ausgangszustand Inkrustiert

Rost- und Kalkinkrustationen füllen den Querschnitt. Ihre raue Oberfläche ist Ansiedlungspunkt für Biofilm, der Druckverlust steigt, an Rostknollen bilden sich Wirbel und Stagnationszonen.

Phase 02 · Abbau Die Ablagerungen werden abgetragen

Der Abtrag erfolgt langsam und kontinuierlich. In dieser Phase kann kurzzeitig mehr Partikel ausgetragen werden. Filter vor Armaturen setzen sich zu und müssen gereinigt werden. Genau das ist das Zeichen, dass die Anlage arbeitet.

Phase 03 · Aufbau Die Schutzschicht entsteht

Erst wenn die Inkrustationen abgetragen sind, legt sich eine weiß-graue Schicht aus Magnesium- und Calciumkarbonat über die Rohrinnenfläche. Nach etwa einem Jahr misst sie 30 bis 50 Mikrometer.

Phase 04 · Betrieb Endzustand, die Schicht wächst nicht weiter

Die Metallkarbonat-Schutzschicht wächst bis rund 60 Mikrometer und dann nicht weiter. Verzinkung und Stahlrohr sind dauerhaft geschützt. Ein Zuwachsen der Rohrinnenfläche ist ausgeschlossen.

Rohrquerschnitt mit Rostinkrustationen
Zustand A
Korrosionsinkrustation
Rohrquerschnitt mit geschichteter Kalkablagerung
Zustand B
Kalkinkrustation
Rohrquerschnitt mit gleichmäßiger heller Schutzschicht
Zustand C
Ausgebildete Schutzschicht
Die Bedingung, ohne die nichts davon passiert

Wasser muss fließen. Nur dort, wo ausreichend Wasser bewegt wird, kann eine Wasserbehandlung wirken, gleich nach welchem Verfahren. Selten genutzte Entnahmestellen bleiben deshalb auffällig, auch wenn das übrige Netz längst klar ist. Das ist keine Schwäche der Anlage, sondern Betriebspraxis.

05 · Montage

Einbau und Dimensionierung

Der Einbau erfolgt in die Hauptleitung, bei Bedarf zusätzlich in die Warmwasserzirkulation und den Speicher. Die Bausubstanz bleibt unberührt. Größere Objekte werden über parallel geschaltete Geräte abgedeckt, bis 400 Wohneinheiten und darüber.

Dreidimensionale Zeichnung einer Einzelanlage in der Hauptleitung
Variante 01
Einzelanlage, 2 Zoll
Isometrie
Dreidimensionale Zeichnung einer Anlage aus sechs parallel geschalteten Geräten
Variante 02
Sechs Geräte parallel, 2,5 Zoll
Isometrie
Technische Daten, Galvanico 2 Zoll
Anschluss
2 Zoll
Nennweite
DN 50
Nenndruck
PN 10 bar
Druckprüfung nach DIN EN 61010-1
30 bar
Druckverlust bei 3,0 l/s
0,2 bar
Betriebstemperatur
1 bis 95 °C
Werkstoff
Edelstahl V2A 1.4301 nach DIN 10088-3
Dämmung
vorhanden
Abmessungen
1029 × 220 mm

Kleinere Objekte werden mit dem Galvanico-Pylon 1½ Zoll ausgeführt, DN 40, Druckverlust 0,2 bar bei 5,0 l/s.

Maßblatt des Galvanico Gerätes mit Bemaßung in Millimetern
Maße in Millimetern
Wartung

Warum die Anode jährlich getauscht wird

Nach neun bis zwölf Monaten lässt die Wirkung nach, weil sich die Oberflächen von Anode und Kathode versiegeln. Der Anodentausch ist deshalb keine Verkaufsmaßnahme, sondern die technische Voraussetzung für zuverlässigen Betrieb. Ein unabhängiges Ingenieurbüro hat genau das in einem Münchner Bestand geprüft und den jährlichen Tausch ausdrücklich empfohlen.

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Nächster Schritt

Passt das Verfahren zu Ihrem Wasser?

Das entscheidet die Analyse, nicht die Broschüre. Schicken Sie uns die Werte Ihres Wasserversorgers, wir sehen sie durch.